Der Standes-Politiker Herbert Stolle

Wir schauen auf das Jahr 1980 zurück. Die damalige SPD/FDP-Bundesregierung war tief zerstritten und kurz vor ihrer Auflösung. Dennoch verabschiedete sie noch ein Gesetz, das das bisher freie Zahntechnikerhandwerk in die Reichsversicherungsordnung (RVO) einband.

Wie sich aus der Sicht aller Betroffenen herausstellte: ein Fehler – sowohl politisch, als auch wirtschaftlich und moralisch. Als Antwort auf diese Fehlentscheidung gründete sich 1982 der "Freie Verband Zahntechnischer Laboratorien e.V." (FVZL).
Seine Kernforderung heißt: Raus aus der RVO (heute SGB V).

Anfang 1998 kam die CDU/CSU/FDP-Bundesregierung dieser Forderung des FVZL nach. Unter Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) erhielten die Zahntechniker als Unternehmer ihre Freiheit zurück. Der Markt normalisierte sich – allerdings nur für kurze Zeit. Der Ausgang der Bundestagswahl im Herbst 1998 brachte eine SPD/Grüne-Bundesregierung. Und mit ihr eine grüne Gesundheitsministerin, die ebenso inkompetent wie dogmatisch verblendet, alles wieder rückgängig machte, was ihr Vorgänger aufgebaut hatte.

Somit nahm das Elend seinen Lauf. Von der allgemeinen Preis- und Lohnentwicklung abgekoppelt, durch jahrelange Null-Runden und regierungsamtliche Preissenkungen der Liquidität beraubt, folgten Firmenpleiten, Arbeitslosigkeit und die Zerstörung der unternehmerischen Infrastruktur. Billiganbieter aus Nah- und Fernost bauten mit Hilfe von Handelsgesellschaften und dubioser Krisengewinnler ihre Netzwerke aus und organisierten Korruption und Abrechnungsbetrug. Der Ehrliche wurde der Dumme.

Die Symbolfigur des Widerstandes gegen ein durch und durch ungerechtes Gesetz wurde Zahntechnikermeister Herbert Stolle. Er wurde der erste Bundesvorsitzende des FVZL und seitdem zehnmal in Folge wiedergewählt.
Legendär wurden die vom FVZL in Cuxhaven über zwanzig Jahre lang durchgeführten "Nordsee-Seminare". Die Liste der achtzig Referenten, die dem Gastgeber die Ehre gaben, liest sich wie das "Who is Who" aus Wissenschaft, Politik und Technik.
Wer sich über die umfangreichen Aktivitäten dieses Kampfverbandes weiter informieren möchte, wird auf das Archiv der Geschäftsstelle oder die Informationen im Internet unter www.fvzl.de hingewiesen.


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Anlässlich seines 25-jährigen Verbandsjubiläums durfte der „Freie Verband Zahntechnischer Laboratorien e.V.“ in dem Festsaal des „Kastens Hotel Luisenhof“ zu Hannover zahlreiche Ehrengäste begrüßen, so z.B. den stellvertr. Ministerpräsidenten und Wirtschaftsminister Walter Hirche (6), und die Grußwortredner Dr. Karl-Heinz Sundmacher (1), Bundesvorsitzender des FVDZ, Dr. Volker Müller (2), Hauptgeschäftsführer des „Instituts der Norddeutschen Wirtschaft“, Prof. Dr. Reinhard Marxkors (3), Direktor der Poliklinik für zahnärztliche Prothetik der Universität Münster, Prof. Dr. Fritz Beske (4), Leiter des Instituts für Gesundheitssystemforschung Kiel, sowie Frau Dr. Christine Hawighorst (5), Staatssekretärin, in Vertretung des Ministerpräsidenten Christian Wulff.

Inzwischen hat der FVZL die politische Führung des deutschen Zahntechnikerhandwerks übernommen. Mit seiner Forderung nach Freiheit, Gerechtigkeit und Eigenverantwortung demonstrierte der FVZL eindrucksvoll, wie effektiv und erfolgreich auch eine kleinere Gruppe agieren kann, sofern sie professionell und intelligent geführt wird, über einen hohen Grad an Loyalität und Einsatzbereitschaft ihrer Mitglieder verfügt und deshalb zunehmend mehr Anhänger gewinnt.

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Diplomatisch, verbindlich, aber durchaus mit Nachdruck, vertritt Herbert Stolle die Interessen des deutschen Zahntechnikerhandwerks und seiner Forderung nach Freiheit, Gerechtigkeit und Eigenverantwortung. Hier eine kleine Auswahl seiner Gesprächspartner: Daniel Bahr (7), Bundesgesundheitsminister, Horst Seehofer (8) sowohl als Bundesgesundheitsminister und späterer Ministerpräsident, Dr. Peter Engel (9) und Dr. Dr. Jürgen Weitkamp (15), Präsidenten der Bundeszahnärztekammer, Dr. Karl Horst Schirbort (10) und Dr. Jürgen Fedderwitz (21), Vorstandsvorsitzende der KZBV, Dr. Winfried Beckmann (12) und Dr. Karl-Heinz Sundmacher (16), Bundesvorsitzende des „Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte“, Dr. Karsten Vilmar (17), Ehrenpräsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Kuno Winn (16), Präsident des Hartmannbundes, Dr. Michael Sereny (11), Präsident der ZÄK-Niedersachsen und – wie es der Zufall will – der Gast bei der FVZL-Hauptversammlung, der seinerzeitige gesundheitspolitische Sprecher der CDU Andreas Storm, ist inzwischen zum Gesundheitsminister des Saarlandes avanciert.
Der besonders gute Kontakt von Herbert Stolle zum Bundeskanzleramt wird unterstrichen durch intensive und vertrauensvolle Gespräche mit den Repräsentanten der Abteilung 3, dem Ministerialdirektor Johannes Geismann (18) und der Regierungsdirektorin Dr. Sonja Optendrenk (18). Prof. Dr. Fritz Beske (13), Ehrenmitglied des FVZL, nimmt die Glückwünsche zu seinem 90. Geburtstag entgegen. Prof. Dr. Hubertus Spiekermann (14), Universität Aachen, wird zum Ehrenmitglied des FVZL ernannt.


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Stellvertretend für die über achtzig Referenten, die dem „Nordsee-Seminar“ in Cuxhaven zwanzig Jahre lang die Ehre gaben, werden hier von Herbert Stolle mit Dank verabschiedet (24), (von rechts) Prof. Körber, Prof. Marxkors, Prof. Correll, Prof. Riegl, Prof. Krüger, Prof. Deutsch, Frau Prof. Tiemann, Dr. Ruhleder. Der Blick in die Abendunterhaltung (27) zeigt die fröhliche Stimmung, die der Stargast Dr. Günter Willumeit, alias Bauer Piepenbrink, auslöste.


Herbert Stolle: Ein Leben für die Freiheit

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Auf den Punkt gebracht:
"Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu machen,
dann ist es notwendig, kein Gesetz zu machen."